Interkultureller Garten

Die Idee

Die Flüchtlinge, die bei uns in Flintbek untergebracht sind, leben in recht beengten Verhält­nissen, viele von ihnen haben wenig Privatsphäre in ihrer Unterkunft. Ein großes Problem für die meisten stellt aber die fehlende Möglichkeit dar, sich neben dem Erlernen der deut­schen Sprache sinnvoll zu beschäftigen. Fehlende Sprachkenntnisse, gesetzliche Bestim­mungen und ein Mangel an entsprechenden Arbeitsangeboten führen dazu, nicht arbeiten zu können.

So entstand im Freundeskreis die Idee für ein Gartenprojekt, das wir gemeinsam mit den geflüchteten Menschen mit Leben füllen wollten. Auf unsere Nachfrage zeigten spontan zwei Familien mit kleinen Kindern und vier Männer großes Interesse, so dass das Projekt gestartet werden konnte. Bei Herrn Boyke, dem Vorsitzenden des Kleingartenvereins, stie­ßen wir mit unserem Anliegen auf offene Ohren und so konnten wir schnell einen geeigne­ten Kleingarten übernehmen.

Der Kleingarten kann von allen interessierten Flüchtlingen genutzt werden und soll neben der Arbeit im Garten die Möglichkeit zum geselligen Zusammensein auch mit anderen Flintbekern bieten.

Der erste Sommer im Garten

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Viele freundliche Spender hatten uns mit Spaten, Schaufeln, Hacken, Harken, Schub­karren und anderen Gartengeräten ausgestattet. Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir im Juni 2015 endlich mit dem Gärtnern loslegen. Ganz so schnell ging es mit dem An­pflanzen von Gemüse dann aber doch nicht, da zunächst große Bodenbewegungen vorgenom­men werden mussten, weil das Gelände sehr hängig war. Als wir mit diesen Arbeiten fertig waren, war es für viele Aussaaten schon zu spät, was eine gewisse Enttäuschung mit sich brachte, uns aber nicht wirklich entmutigt hat. Mit den von anderen Kleingärtnern gespen­deten Erdbeerpflanzen war bereits wieder Vorfreude auf die nächste Saison möglich.

Auch im Winter ist im Garten etwas los

Im Kleingarten stand eine baufällige Laube, gerade gut genug, um Gartengeräte und Gar­tenmöbel unterstellen zu können, ein altes intaktes oder neues Gartenhaus wurde daher unbe­dingt notwendig. Für die unmittelbare Umsetzung fehlte uns leider das Geld. Nachfragen bei potenziellen Spendern führten schließlich zum Erfolg; wir haben jetzt eine kleine Block­hütte in Aussicht und einen nicht unwesentlichen Geldbetrag gespendet bekommen. Dar­über hinaus besteht die Zusage eines Holzhändlers, uns Holz aus seinen Verschnittbe­ständen zur Verfügung zu stellen.

Die Gartenmöbel und die Gartengeräte haben wir Anfang Dezember vorübergehend in das Vereinshaus der Kleingärtner gebracht und weil es an diesem Nachmittag gerade nicht regnete, haben wir mit tatkräftiger Unterstützung von Herrn Boyke auch gleich die Hütte abgerissen; die Reste liegen jetzt zum Abtransport bereit.

Nächste Schritte

  • Entsorgung des alten Gartenhauses
  • Vorbereitung des Untergrundes für das neue Gartenhaus
  • Abbau und Transport der gespendeten Blockhütte bei gefrorenem Boden und Auf­bau im Kleingarten
  • Anbau eines Geräteschuppens
  • Reinigen der Gartengeräte und der Gartenstühle
  • Einrichtung des neuen Gartenhauses
  • Bau einer Kinderspielecke

Für all diese Arbeiten hoffen wir auf freundliches Wetter. Nicht zuletzt würden wir uns natürlich freuen, wenn unser Gartenprojekt auch weiterhin von der Flintbeker Bevölkerung unterstützt wird!

Bernd Kernke-Robert
Projektkoordinator

kernke@freundeskreis-fluechtlinge-flintbek.de